Tubo de Todoque – Die Lavaröhre
Montag, den 19. November 2012La Palma :: Tag 19
So, für den heutigen Tag haben wir ja eine Verabredung mit Juan Antonio Martin. Der Parkwächter, den wir gestern in der Gartenanlage von La Glorieta
kennengelernt haben, ist hier auch der Haus-, Hof- und Inselgeologe und biete Führungen durch das Lavafeld von Las Manchas an, selbstverständlich gegen Bezahlung von 20 EUR pro Person. Der in Deutschland studierte Geologe macht das wirklich mit einer sehr großen Leidenschaft und ist bemüht alles zu erklären, und jede Frage zu beantworten (manchmal auch dreimal), das alles natürlich in
deutscher Sprache. Ausgestattet mit Helm und Lampe ging es mit zwei weiteren Pärchen, die Juan eingefangen hat, bei angenehmen 22 Grad in das Lavafeld des 1949 ausgebrochenen Vulkan Llano del Banco
. Bei den spitzen Lavasteinen empfiehlt sich natürlich ein festes Schuhwerk, mit Flip-Flops kommt man hier nicht so weit. Unser Ziel war die Tubo de Todoque
, eine Vulkanröhre die sich bei dem Vulkanausbruch unter dem Lavastrom gebildet hat. Solche Röhren sind eher selten anzutreffen da die meisten dieser Art
normalerweise einstürzen. Geschieht dieses, so bleibt dann nur noch eine tiefe und lange Furche in der vulkanischen Landschaft davon übrig. Die Tubo de Todoque ist hier auf La Palma jedoch auf einigen 100 Metern erhalten geblieben. Diese Röhre entstand dadurch dass ein heißer Lavastrom von oben langsam erstarrte aber im inneren weiter flüssig blieb und weiter floss. Hört der Lavastrom dann auf zu fließen, leert sich dieser Strom und hinterlässt eine Röhre. So habe ich das jedenfalls verstanden, wer aber möchte kann das natürlich bei
Wikipedia genauer erfahren. Nun denn, als Kind des Ruhrgebiets und ehemaliger Bergmann ging es dann zu meiner Freude in die Höhle Röhre. Juan erklärte auch hier sehr schön was das Zeug hielt. So gab es neben der Röhre auch viele Kristalle und Stalaktiten zu entdecken die sich im Laufe der letzten 63 Jahre gebildet haben. Leider sind auch hier wieder Spuren der Zerstörung an manchen Fossilen zu entdecken. Schade und traurig zu gleich wie einige Menschen mit so was umgehen. Juan war
auch alles andere als erfreut über diesen Zustand und die Situation. Leider ist diese Vulkanröhre ja für jeden zugänglich und so hofft er auf eine sinnvolle Lösung für die Zukunft. Nach gut drei Stunden war diese Highlight-Tour dann zu Ende. In netter Runde und in gemütlicher Atmosphäre ließen wir anschließend, bei ein paar Getränken im Restaurant El Secadero
, dann die Tour nochmal an uns vorüberziehen und löcherten Juan mit Fragen. Unser Fazit: Eine sehr schöne Tour, mit netten Leuten und einem sehr sachkundigen und leidenschaftlichen Reiseführer! Danke Juan, es war schön Dich kennengelernt zu haben. In diesem Sinne – gute Nacht.

Gerd Kluge, freier Fotojournalist, Musiker und Künstler. 1961 im Ruhrgebiet geboren und immer noch dort lebend. Meine zweite Heimat: Fuerteventura.




