Lieber Doktor Stratmann

Lieber Doktor Stratmann

Jupp, ich benötige Deine Hilfe! Mich hat’s gerissen, und zwar im rechten Knie. Ich weiß, Du praktizierst nicht mehr, aber in diesem Fall solltest Du mal wieder ran, wir Bottroper Künstler müssen zusammenhalten, und wenn es nur mein rechtes Knie ist. Deine ständige Vertretung ist ratlos bis sehr zweifelhaft und außer, mir ne Überweisung zum Krankenhaus zu geben, kommt aus dem guten Mann nicht viel raus. Mein nächster Termin wäre jetzt am 4. August (Kassenpatienten warten und leiden halt gerne), da soll noch ne MRT (Magnetresonanztomographie) gemacht werden (wenn das Gerät nicht kaputt geht) und dann werden die sehen, wat ich immer sach: is der Innenmeniskus. Somit komme ich wohl nicht um das Messer rum. Okay, das Herumgeschnipsel möchtest Du jetzt bestimmt nicht auf Dich nehmen (ich traue Dir das auch nicht zu), aber wie wäre es, wenn Du, während ich meine Narkose bekomme, einfach nur meine Hand hältst Gabi muss arbeiten, die kann nicht, das Geschehen während meiner Abwesenheit im Auge hältst und mich nach getaner OP auf die Wangen klatschst und mich mit den Worten begrüßt wie, „Ziehdichmaan, bitte“ oder „sei froh das Du geschlafen hast“. Wie gesagt, wir Bottroper Künstler müssen zusammenhalten. Manni Miketta macht die Hintergrundmusik, Bernhardine Lützenburg malt ein Bild davon, Werner Worschech die anschließende Klangtherapie, Tibor Meingast schreibt ein Buch darüber und wenn alles gut gegangen ist feiern wir das Krückenfreiesaufenlaufen in Deiner Kneipe (wo bleiben eigentlich die versprochenen Freikarten). In diesem Sinne oder war es die Genesung? Ahhhh. ;-)